MATER MELAHAT

Shadow Work, 131025, Lo48, 19:11


Weiblich, Name F.,
dickliche Statur, nein, zu schonend ausgedrückt- fett,
ein Mauerblümchen ohne Blüten, unkreativ.
Kleidet sich normal, sprich: langweilig. Enge Jeans, Lockeres Shirt, Knöchelhohe Stiefel.
Jeder sie herum ist interessanter, schöner und lebendiger.

Sie sucht verzweifelt nach männlicher Bestätigung und hält sich nur ganz knapp über Wasser, genährt mit jedem Tropfen Aufmerksamkeit, der ihr zufällt.
Alles wird verschluckt, egal woher er kommt. Alt, jung, freundlich, verachtend, attraktiv oder nicht.
Jeder, der sie kennt, spürt einen Stich aus Fremdscham, wenn er an ihre Geschichten denkt.

Sie ist keine gute Freundin. Sie achtet sehr darauf, dass jegliche Bemühungen mindestens ausgeglichen sind, besser wenn ihre Freundinnen mehr investieren als sie.
Fährt sie eine Freundin zum Flughafen, kostet das Tankgeld, Gegenleistung und mindestens 6 Monate lang Dankbarkeit.
Sie führt Buch über alles, was sie jemals für jemanden getan hat und ihre Lieblingsbeschäftigung ist es den Leuten das vorzuhalten.
Freundschaft ist für sie ein Tauschgeschäft,
Keine Gefühl, sondern eine To-Do Liste
„Heute fragen, wie es K. geht - abgehakt.“

Sie ist keine gute Tochter. Sie hat kein Verständnis für die Emotionen und Probleme ihrer Eltern. Sollte die Mutter traurig sein, verdreht sie die Augen. Sie hält sie für jemanden, der sich „einfach mal zusammenreißen“ sollte.
Mitgefühl empfindet sie nicht, weder jetzt noch jemals.

Sie ist ein schlechter Mensch. Sie verachtet die Welt, die sie nicht bewundert.
Obdachlose, Schwache, Empfindsame – alle nur Spiegel, die sie zertrümmern möchte. Sie manipuliert die Leute um sie herum, überschüttet sie erst mit falscher Liebe und macht sie dann abhängig, wenn gesichert ist, dass sie sie mögen und keine andere Wahl mehr haben.
Sie sammelt Menschen wie Trophäen und nährt sich von dem Gedanken, gemocht und geliebt zu werden.
Sie verletzt sich selbst, gibt vor krank zu sein, gibt vor traurig zu sei, um Aufmerksamkeit und Mitleid zu sichern, um die Zuwendung anderer zu erhalten.

Sie ist eine talentlose Schreiberin. Ihre Texte sind flach, aufgesetzt, bemüht. Sie kann keine Bilder schaffen, also bittet sie Maschinen darum. Jeder, der sie liest, fragt sich, wann sie endlich aufhört – aufhört zu veröffentlichen, aufhört überhaupt zu schreiben.
Sie schreibt nicht aus Leidenschaft, sondern aus Hunger nach Anerkennung. Und da sie kaum welche bekommt, versiegt auch dieser Antrieb nach und nach.